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BUSINESS NEWS

Shopping Agents: Kaufen bald nur noch AI-Assistenten für uns ein?

24 February 2026

Die Art und Weise, wie Konsumenten online nach Produkten suchen, steht vor der größten Transformation seit der Erfindung der Suchmaschine. Während wir uns in den vergangenen zwei Jahrzehnten daran gewöhnt haben, Keywords in Suchmasken einzugeben und durch endlose Ergebnislisten zu scrollen, übernimmt nun eine neue Technologie das Steuer: AI Shopping Agents. Diese digitalen Assistenten agieren nicht mehr nur als Ratgeber, sondern zunehmend als autonome Käufer.

 

Für Marken und Hersteller bedeutet dies eine fundamentale Verschiebung der Prioritäten. Es geht nicht mehr nur darum, dem menschlichen Auge zu gefallen, sondern die „Sprache der Maschinen“ zu beherrschen. Wer heute die Weichen stellt, sichert sich den Zugang zu den Warenkörben von morgen. Wir bei SURS beobachten diese Entwicklung genau, da sie die Anforderungen an die Distribution und das Datenmanagement massiv erhöht.

 

Vom Chatbot zum Autonomen Agenten: Eine neue Ära

 

Bisher kannten wir KI im E-Commerce vor allem als reaktive Chatbots, die auf vordefinierte Fragen antworteten. Der entscheidende Sprung erfolgt jedoch von den sogenannten Large Language Models (LLMs), die Texte generieren, hin zu Large Action Models (LAMs). Während ein LLM Ihnen erklärt, welche Laufschuhe für einen Marathon geeignet sind, kann ein LAM die nächste Aktion vorhersagen und ausführen.

 

Stellen Sie sich vor, Sie sagen Ihrem Smartphone nur noch: „Ich brauche neue Laufschuhe für Asphalt, Budget 150 CHF, Größe 44.“ Ein autonomer Agent sucht nicht nur nach Optionen, sondern analysiert Testberichte, vergleicht Lieferzeiten, prüft die Retourenbedingungen und schließt den Kauf direkt ab. Diese Agenten verstehen Benutzeroberflächen und können über APIs (Schnittstellen) direkt mit Marktplätzen interagieren. Der Mensch rückt vom aktiven Suchenden zum finalen Freigabeberechtigten – oder delegiert den Prozess sogar komplett.

Amazon-App für mobilen Handel mit KI-Shopping-Agenten und autonomen E-Commerce-Funktionen.

Pilotprojekte der Tech-Giganten: Wer führt das Rennen an?

 

Die großen Plattformen investieren Milliarden, um das Interface zum Kunden zu besetzen. Hier ist ein Überblick über den aktuellen Stand (Januar 2025):

 

Unternehmen

Name des Agents

Primärer Fokus

Status (Januar 2025)

Amazon

Rufus

Produktsuche & Kaufberatung

Beta live in DE, FR, IT, ES, UK

Google

AI Overviews (SGE)

Generative Suche & Shopping

Rollout in Europa & Schweiz gestartet

OpenAI

Operator

Autonome Handlungen (Apps/Web)

Live für Pro-User (USA); Europa verzögert

Shopify

Sidekick / Magic

Händler-Assistenz & Consumer Help

Expansion nach Europa im Frühjahr 2025

 

Besonders Amazon Rufus zeigt bereits heute, wohin die Reise geht. Der Assistent beantwortet komplexe Fragen direkt im Produkt-Listing, etwa: „Ist diese Regenjacke auch bei Starkregen im Hochgebirge dicht?“ Er nutzt dafür die vorhandenen aktuellen Entwicklungen zu AI Agents und strukturierten Daten der Händler.

Eine Box mit Fragezeichen, die Konzepte wie KI-Shopping-Agenten und autonome E-Commerce-Lösungen symbolisiert.

Auswirkungen auf den E-Commerce: Wenn Maschinen Kunden werden

 

Wenn Maschinen einkaufen, ändern sich die Regeln des Marketings. Wir sprechen hier vom Aufstieg der „Machine Customers“. Einem Algorithmus ist ein emotionales Lifestyle-Bild egal. Er scannt keine Hero-Images auf ihre Ästhetik, sondern benötigt strukturierte „Hard Facts“.

 

Nach unserer Erfahrung gewichten KI-Crawler heute primär zwei Bereiche: kommerzielle Relevanzsignale und die Tiefe der Produktdaten. Crawler achten verstärkt auf den Traffic einzelner (Sub-)Pages sowie auf die Verweildauer der Nutzer. Parallel dazu ist die Granularität der Attribute entscheidend. Je präziser und umfangreicher ein Produkt durch spezifische Attribute beschrieben ist, desto höher stufen LLMs die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Conversion ein. KI-Modelle bevorzugen Produkte mit exzellenter Datenqualität gegenüber mangelhaft gepflegten Angeboten, da hier das Risiko eines Fehlkaufs sinkt.

 

Marken müssen daher den Shift von der klassischen Suchmaschinenoptimierung (SEO) hin zur Artificial Intelligence Optimization (AIO) vollziehen. Ein Agent trifft Entscheidungen basierend auf:

 

  • Verfügbarkeit in Echtzeit.

  • Exakten technischen Spezifikationen (Maße, Materialien, Normen).

  • Transparente Preisstaffeln und Versandkonditionen via API.

 

Um in dieser Welt zu bestehen, sind optimierte Produktdaten und Attribute die wichtigste Währung. Wer seine Daten nicht maschinenlesbar aufbereitet, existiert für den Shopping Agent schlichtweg nicht.

 

Die Rolle der Marktplätze in einer KI-gesteuerten Welt

 

Warum werden Marktplätze wie Galaxus, Manor oder Amazon in dieser neuen Ära noch dominanter? Weil sie als aggregierte, vertrauenswürdige Datenquellen fungieren. Für einen Shopping Agent ist es effizienter, eine Plattform mit standardisierten Schnittstellen zu crawlen, als tausende einzelne Webshops mit unterschiedlichen Strukturen zu besuchen.

 

Ein wesentlicher Faktor ist hierbei das Vertrauen. Agents priorisieren strukturierte Daten nach Schema.org. Besonders kritisch sind Informationen wie MerchantReturnPolicy (Rückgaberegeln) und ShippingDetails (Versanddauer). Ohne diese expliziten Informationen stuft der Agent das Risiko eines Fehlkaufs als zu hoch ein. Im Vergleich der Plattform-Algorithmen zeigt sich, dass Marktplätze hier einen enormen strukturellen Vorteil bieten. Auch KI-Features auf Schweizer Marktplätzen entwickeln sich rasant weiter, um genau diese Schnittstellen zu bedienen.

 

Prognosen: Was sagen die Forscher?

 

Laut aktuellen Studien zu Machine Customers von Gartner werden bis zum Jahr 2030 etwa 15 bis 20 % des gesamten Unternehmensumsatzes direkt von Maschinen generiert oder maßgeblich beeinflusst. Das prognostizierte Marktvolumen von weltweit 30 Billionen Dollar verdeutlicht, dass dies keine Nischenerscheinung bleibt.

 

Hinsichtlich der Retourenquote im Schweizer Markt ist eine interessante Entwicklung zu erwarten. Zwar vereinfachen Shopping Agents den Zugang und beschleunigen den Kaufprozess, doch die eigentliche Kaufkraft der Konsumenten bleibt stabil. Entscheidend ist die Präzision: Ein KI-Agent kann Anforderungen oft exakter abgleichen als ein Mensch, was Fehlbestellungen minimieren könnte.

 

"Wahrscheinlich wird der Shopping Agent in seiner Auswahl präziser sein, als der Mensch es ist. Es ist daher durchaus denkbar, dass die Retourenquote durch diesen Einsatz sogar sinkt." – Jens Bergermann (Gründer von SURS)

 

Die zentrale Frage der Zukunft wird weniger die Retoure sein, sondern die Voreinstellung der Agenten. Ob ein System per Default bei Amazon, Galaxus oder einem anderen Anbieter bestellt, wird die Retail-Landschaft maßgeblich verändern.

 

Fazit: Bereiten Sie Ihr Unternehmen heute vor

 

Shopping Agents kommen nicht irgendwann – sie sind bereits in der Testphase. Der Erfolg Ihrer Marke in der Schweiz wird davon abhängen, wie „AI-ready“ Ihre Daten sind. Wer seine Hausaufgaben bei der Datenqualität und der Präsenz auf den führenden Marktplätzen macht, wird von den Agents gefunden und gekauft.

 

SURS AG unterstützt Sie als Partner dabei, Ihre Marke technisch und strategisch so zu positionieren, dass sie sowohl für Menschen als auch für Maschinen die erste Wahl ist. Wir übernehmen für Sie die Distribution und das Management auf allen relevanten Plattformen, damit Sie von dieser technologischen Revolution profitieren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist ein AI Shopping Agent?

 

Ein AI Shopping Agent ist eine Software, die basierend auf künstlicher Intelligenz (oft LAMs) autonom Kaufentscheidungen für einen Nutzer vorbereitet, Produkte vergleicht oder Transaktionen direkt ausführt.

 

Welche Shopping Agents gibt es bereits?

 

Prominente Beispiele sind Amazon Rufus (in großen europäischen Märkten bereits in Beta) sowie die KI-gestützte Suche von Google (SGE). OpenAI arbeitet außerdem mit „Operator“ an einem Agenten, der allgemeine Web-Aufgaben übernehmen kann.

 

Wie optimiere ich meine Produkte für AI Agents?

 

Der Fokus liegt auf strukturierten Daten (Schema.org), lückenlosen Attributen (Material, Herkunft, exakte Maße) und der Bereitstellung von Echtzeit-Daten zu Lagerbestand und Versandkosten. Emotionales Storytelling bleibt wichtig für Menschen, aber technische Präzision gewinnt den Agenten.

 

Gibt es eine goldene Regel für KMUs, um „Agent-Ready“ zu werden?

 

Die wichtigste Maßnahme ist die kompromisslose Pflege der Datenqualität. Dies erfordert kein immenses Budget, sondern primär organisatorischen Aufwand und Struktur.

 

"Eine exzellente Datenqualität zu pflegen und stetig zu verbessern, bedarf nicht unbedingt eines hohen Budgets. Es erfordert vielmehr konsequente Strukturierung und Organisation innerhalb des Unternehmens."  – Jens Bergermann (Gründer von SURS)

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